Filmpreis

Am 2. Juni wurde ich mit dem Coburger Medienpreis in der Kategorie „Wellenschläger – national“ ausgezeichnet. Für zwei exklusive Beiträge im ARD-Magazin FAKT über die brutale Tiersammelstelle in Werne und das dahinterstehende kriminelle Netzwerk der illegalen Fleischverwertung.

Laudatio von Kerstin Dornbach 

Die Laudatio ist wichtig, weil wirklich gelobt werden darf an dieser Stelle. Sie erinnern sich möglicherweise an einen Skandal, den es hier vor ein paar Jahren in Coburg gab. Damals haben Tierärzte nur an verletzte Tiere Zettelchen geklebt, die dann abgemacht wurden, sodass dieses Fleisch dennoch noch benutzt werden konnte. Das hätte mit einem Stempel markiert werden müssen und auch das war kriminell. 

Um illegale Fleischverwertungssysteme von Fleisch von kranken Tieren geht es bei diesem Preisträger, bei Herrn Vetten. Insider berichten im ARD-Magazin FAKT von einem Netzwerk, dass schon seit Jahren auf diese Weise große Geschäfte macht. Der Verdacht von Experten, solche Systeme existieren nicht nur in Werne in Nord-Rheinwestfalen , wo dieser Skandal seinen Anfang nahm, sondern in der ganzen Republik. Wer weiß, wenn Sie Fleisch essen, welches Fleisch Sie bereits konsumiert haben. 

Es sorgt für große, große Ängste und Verunsicherung. Die Jury sagt, der O-Ton im Beitrag bringt es auf den Punkt: Wir sehen hier die letzte Stufe eines verkorksten, völlig fehlgeleiteten Systems. Weil Informanten sich auf die Kraft des Journalismus verlassen, kommen diese schockierenden Wahrheiten ans Licht und können oder könnten am Ende zu einer Veränderung führen. Ein entsetzlicher und deswegen so unglaublich wichtiger Beitrag zum Umgang mit dem Leben von Tieren, unserem Verhalten als Verbraucher, aber auch ein Beitrag der eindringlich die Verpflichtung zur Sorgfalt bei der Herstellung von Lebensmitteln betont. Ein Meisterstück Journalismus, ein Schlag in die Magengrube für den Betrachter. Wichtig, wichtig, wichtig. 

Dafür gibt es Journalismus. Hartnäckig recherchiert und aufrüttelnd und faktenreich erzählt. Und Sie haben schon den Auszug gesehen aus dem Video. Sie hätten jetzt von mir vorgewarnt werden können, denn diese Bilder sind wahrhaft schockierend. Herzlichen Dank, Knud Vetten, für Ihre intensive Recherche. Genau das macht gute Journalisten aus. Und herzlichen Dank für Ihren Mut, den Skandal oder sollte man besser sagen die kriminelle Handlung im großen Kontext zu verfolgen. Verdient der Coburger Medienpreis in der Kategorie „Wellenschläger – national“. Herzlichen Glückwunsch.

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